Fortgeschrittene Techniken
Hyperfokale, Bracketing, Focus Stacking, Filter: Werkzeuge, um technische Präzision und kreative Kontrolle weiter voranzutreiben.
Hyperfokale Distanz
Die Hyperfokale ist die minimale Fokussierungsdistanz, ab der sich die Schärfentiefe bis zur Unendlichkeit erstreckt. Wenn man auf diese Schwelle (oder etwas darüber hinaus) fokussiert, erscheint alles zwischen etwa der Hälfte dieser Distanz und dem Horizont bei normaler Betrachtung oder klassischem Druck ausreichend scharf.


Warum ist es nützlich
- Gleichzeitige Schärfe von Vordergrund und Ferne sicherstellen.
- Aufnahme flüssiger gestalten ohne AF zwischen Bildern neu zu machen.
- Serie homogenisieren: gleiche Schärfewiedergabe.
Moderne Grenzen
- Aktuelle AF sehr zuverlässig → reduziertes Interesse außer Vorwegnahme.
- Bei langen Brennweiten wird H riesig (Tele + f/8).
- Sehr nahes Motiv bleibt unscharf wenn außerhalb der Zone.
Sie hängt von Brennweite, Blende und Zerstreuungskreis ab. Rechner nehmen ein durchschnittliches Detailniveau an. Für sehr definierte Sensoren oder große Drucke reduzieren Sie den Zerstreuungskreis für eine strengere Schätzung.
Praktische Orientierung
Leicht über das nahe Schlüsselmotiv hinaus fokussieren statt auf Unendlichkeit.
Mentale Regel
Scharfer Bereich ≈ von (H/2) bis ∞ (H = hyperfokale Distanz).
Teleobjektive
H zu weit entfernt, bevorzugen Sie präzise Fokussierung auf das Motiv.
Verwenden Sie eine App, wählen Sie Brennweite / Blende, notieren Sie H dann positionieren Sie manuellen Fokus ungefähr. Vermeiden Sie zu starkes Abblenden (Beugung). f/8–f/11 deckt die Mehrheit der Weitwinkel-Landschaften im Vollformat ab.
Schnelle Synthese
1) Blende wählen Balance Tiefe/Beugung. 2) H schätzen. 3) Auf H fokussieren. 4) Vordergrund prüfen. 5) AF für die Serie deaktivieren.
Belichtungsreihe
Belichtungsreihe (HDR-Fusion) und Focus Stacking (Erweiterung der Schärfentiefe) behandeln zwei unterschiedliche Grenzen: Dynamikumfang des Sensors und physische Schärfentiefe.



Focus Stacking – Prinzip
- Bildsequenz mit progressiver Schärfeebene vom Nahen zum Fernen.
- Fusion behält nur die scharfen Bereiche jeder Aufnahme.
- Vollständige Schärfe ohne Abblenden auf f/22.
Wann verwenden
- Landschaft mit sehr nahem Vordergrund.
- Makro mit winziger intrinsischer Tiefe.
- Detailliertes Objekt / Produkt.
Vorteile
Maximale Gesamtschärfe; vermeidet Beugung; Kompositionsfreiheit nah.
Einschränkungen
Nahezu unbewegliche Szene; Wind / schnelle Wolken erschweren Fusion.
Fallstricke
Parallaxe bei Vordergründen; Halos bei aggressiver Fusion.
Manuell: Stativ, feste Belichtung & WB, kritische Nahfokussierung dann progressive Mikro-Anpassungen. Abdeckung in Lupe prüfen.
Automatisiert: Focus Bracketing aktivieren, Anzahl & Schritte definieren, Serienaufnahme starten dann Fusion (Photoshop/Helicon/etc.).
Checkliste Aufnahme
- Stativ + Auslösung ohne Vibration.
- Modus M konstante Belichtung.
- Punkt-AF dann MF.
- Stabilisierung auf Stativ ausgeschaltet.
- Ausreichende Überlappung scharfer Bereiche.
Checkliste Fusion
- Vor dem Stapeln ausrichten.
- Masken / vergessene Bereiche kontrollieren.
- Geister / Halos bereinigen.
- Leichten finalen Kontrast anpassen.
Parallele Belichtungsreihe für extreme Dynamik (HDR-Fusion / Blending).
Handlungsfähige Zusammenfassung
Nah + fern unmöglich in einer Aufnahme → Focus Stack bei f/8–f/11. Bewegliche Szene? Verzichten. Fusion: ausrichten, stapeln, Masken nachbearbeiten.
Optische Filter in der Landschaftsfotografie
Vier Familien schwer korrekt zu simulieren: Polarisator, ND, ND Verlauf, Anti-Lichtverschmutzung. Sie modifizieren das Licht vor dem Sensor um Dynamik, Reflexionen und Bewegungsdarstellung zu verbessern.
CPL
ND
GND
LPPolarisationsfilter (CPL)
WesentlichReduziert Spiegelreflexionen und verstärkt Sättigung. Maximaler Effekt bei ~90° zur Sonne.


Verwendungen
- Transparentes Wasser (Seen).
- Kontrastreichere Himmel.
- Gesättigtes Laub.
Einstellung
Ring drehen, stoppen bevor Weitwinkel-Himmel streifig wird.
Belichtungsauswirkung
Verlust ~1.5–2.5 EV je nach Drehung.
Grenzen
Metall reflektiert bereits polarisiertes Licht; keine Wirkung frontal/hinter der Sonne.
ND-Filter
LangzeitbelichtungGleichmäßig dunkles neutrales Glas zur Verlängerung der Belichtung oder Beibehaltung großer Blende bei starkem Licht.


Effekte
- Seidiges Wasser.
- Verwischte Wolken.
- Passanten ausblenden.
Belichtungsrichtwerte
Anfangszeit multiplizieren: ×8 (ND8) ×64 (ND64) ×1000 (ND1000). 1/60s → ~16s.
Arbeitsablauf
Komponieren + Fokus ohne Filter, zu manuell wechseln, Filter aufsetzen, Geschwindigkeit neu berechnen.
Qualität
Chromatische Neutralität, mehrfachvergütete Entspiegelung.
Risiken
Lichtlecks Langzeitbelichtungen; thermisches Rauschen >4 min.
3. Verlaufsfilter ND (GND)
DynamikVerdunkeln den Himmel um Belichtung dem Boden anzunähern und Lichter zu bewahren.


Typen
Übergang soft / hard / reverse für Sonnenauf-/untergang.
Stärkewahl
2–3 Stops Sonnenuntergänge; 4 extrem Schnee + Himmel.
Verwendung
Schiebeplatte → Übergang am Horizont ausrichten.
Grenzen
Unregelmäßiger Horizont = Halo-Risiko → Bracketing Alternative.
4. Anti-Lichtverschmutzungsfilter
AstroDämpft Wellenlängen städtischer Lampen für neutraleren Himmel.


Vorteile
Reduziert orangen / grünlichen Hof; Kontrast Milchstraße.
Grenzen
Ersetzt keinen dunklen Himmel; möglicher Magenta-Stich.
Tipp
RAW + eigener Weißabgleich; Dark Frame Langzeitbelichtungen.
Formate & Stapelung
Aufschraubbare Rundfilter
- Schnell; kompakt; Step-up-Ringe vorsehen.
Quadratische Platten
- Vielseitig; benötigen Filterhalter; sperriger.
Stapelung: auf 2 begrenzen um Flare & Vignettierung zu reduzieren. Jede Fläche reinigen.
Kaufprioritäten
1) CPL mehrfachvergütet 2) ND 6 oder 10 Stops 3) GND soft 3 Stops 4) Anti PL Astro vorstädtisch.
Optische Qualität
Neutrale Transmission, Entspiegelung, dünne Fassung Weitwinkel.
Zu vermeiden
Billig-Kits Farbstiche; mehr als 2 stapeln; vergessen CPL-Belichtung neu zu kalibrieren.
Schnelle Synthese
CPL = Reflexionen / Sättigung. ND = kreative Zeit. GND = Dynamik. Anti PL = urbaner Hof. Ein kohärentes beherrschtes Set genügt.
